Wenn wir uns gegenüber dem, was anders ist, abgrenzen, indem wir es bewerten, berauben wir uns der Chance, von diesen Anderen zu lernen, uns mit ihnen auszutauschen und ihnen zu begegnen. Ihre Vorurteile loszulassen und neugierig auf das Unbekannte zuzugehen, hilft auch schon Kindern, Unsicherheiten auszuhalten und eigene Denkmuster zu hinterfragen. Nur die offene Begegnung mit dem Anderen kann zu einer tieferen Verbundenheit führen – einer, die Unterschiede anerkennt. In der Vielfalt liegt die Chance, miteinander zu wachsen und eine Gemeinschaft zu gestalten, die von Respekt und Mitgefühl getragen wird.
Kinder sind von Natur aus offen, neugierig und voller Staunen. Sie nehmen die Welt ohne Vorurteile wahr, ohne sich in Schubladendenken zu verstricken. Ihnen ist egal, welche Hautfarbe, Herkunft oder welche Vorlieben ein anderer hat. Sie sehen den anderen einfach als Menschen, als jemanden, den es zu entdecken gilt. Und so begegnen sie allem und jedem mit einer natürlichen Offenheit und einem großen Vertrauen.
Doch früher oder später – sei es durch die Beobachtungen der Erwachsenen um sie herum oder durch eigene Erfahrungen – merken auch sie, dass es Menschen gibt, die Unterschiede hervorheben. Dass es Normen gibt, an denen sich beurteilen lässt, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Sie hören, wie über andere gesprochen wird, und beginnen zu ahnen, das auch diese Anderen ihnen gegenüber Vorurteile haben, die sie daran hindern, aufeinander zuzugehen.
Daher fragen wir uns in diesem Bereich, wie wir gemeinsam den liebevollen Blick finden, der nicht trennt, sondern verbindet. Wie können wir einen Raum schaffen, in dem Kinder ihre Fähigkeit bewahren, sich selbst und andere in ihrer Einzigartigkeit zu schätzen? Darum geht es in den hier zusammengestellten Beispielen.