Freunde finden
Wenn Kinder in die Welt hineinwachsen, beginnen sie, diese auch außerhalb ihrer Familie zu entdecken. Dabei hilft es ihnen, gute Freunde zu haben, bei denen sie sich auf dieser Entdeckungsreise sicher und angenommen fühlen. Dazu gehört, von diesen Freunden verstanden zu werden, Sorgen mit ihnen teilen zu können, einander zu unterstützen, gemeinsam die Welt zu entdecken und so vieles mehr.
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Deshalb ist es für Kinder sehr wichtig, Freunde zu finden, mit denen sie ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und eigenen Gestaltungsmöglichkeiten stillen können. Manche haben Glück und finden solche guten Freunde, mit denen sie sich gut verstehen und gemeinsam wachsen können.
Andere tun sich schwerer, fühlen sich ausgeschlossen und sehnen sich nach verlässlichen Freunden oder Freundinnen. Manche sind dann sogar bereit, anderen zu folgen und sich mit anderen zusammenzuschließen, obwohl ihnen diese Freundschaften nicht gut tun. Oft müssen sie schmerzhaft erleben, wie diese anderen sie benutzen und ausnutzen, sie beschämen und zurückweisen. Und es ist für ihren weiteren Lebensweg sehr problematisch, wenn sie sich in ihrer Bedürftigkeit solche Freunde aussuchen, die in ihren Augen und oft auch in den Augen anderer Kinder besonders viel Anerkennung finden und bewundert werden, weil sie so hübsch, so reich, so stark, so clever, so arrogant, so destruktiv und hinterlistig sind. Die also über Fähigkeiten verfügen und Erfahrungen gemacht haben, die für andere Kinder sehr anziehend sind. Oft werden ausgerechnet diejenigen Kinder von anderen bewundert und als Freunde gesucht, die Dinge tun und Ansichten äußern, die sich gegen das richten, was die Eltern sich für ihre Kinder gewünscht und ihnen bisher auch vorzuleben versucht hatten.
In allen Fällen misslungener Freundschaften, ob als ungerecht Behandelte und Ausgeschlossene, als Anschluss-suchende Bedürftige oder auch als freche Anführer und Angeber haben Kinder ein für sie nicht lösbares Problem. Dann brauchen sie erwachsene Begleitpersonen, die ihnen helfen, echte Freunde zu finden – solche, die sie respektieren, und mit denen sie sich in einer ehrlichen und wertvollen Weise verbinden können.
Wie diese Hilfe aussehen kann, sollen die hier zusammengestellten Berichte und Episoden veranschaulichen. Sie bieten praktische Beispiele dafür, wie wir unseren Kindern liebevoll dabei helfen können, sich selbst zu mögen statt sich selbst abzuwerten, sich nicht von anderen ausnutzen, herumkommandieren oder kleinmachen zu lassen, aber auch, wie ihnen die Erfahrung ermöglicht werden kann, dass sie es nicht nötig haben, ständig von anderen Kindern bewundert oder gar gefürchtet zu werden.
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